In unserer Interview-Reihe mit Menschen, die uns bei Made in Freedom inspirieren, stellen wir Euch heute Kerry Hilton vor. Er hat 1999 mit seiner Frau Annie das Freedom Business Freeset im indischen Kalkutta gegründet – mitten in einem der größten Rotlichtviertel der Welt. Das Ziel seines Textilunternehmens ist es, den dort lebenden Frauen eine alternative Einkommensmöglichkeit zur Prostitution zu geben. Wir von Made in Freedom sind glücklich, der Freeset-Vertriebspartner für Europa sein zu dürfen.
MIF: Freiheit ist ein weiter Begriff mit vielen Bedeutungen. Was bedeutet Freiheit für Dich und das Unternehmen Freeset?
Kerry: Das stimmt, Freiheit ist ein sehr weit gefasster Begriff, der von Deiner Perspektive abhängig ist. Die Frauen in unserer Nachbarschaft hatten nie wirklich eine eigene Wahl. Durch ihre Armut haben andere Entscheidungen für sie getroffen, und zwar schlimme Entscheidungen, durch welche sie ausgebeutet wurden. Freiheit bedeutet, dass man die Möglichkeit hat, über seine Zukunft selbst zu entscheiden – trotz der eigenen Vergangenheit. Zum Leben in Freiheit gehört es, Teil einer sozialen Gemeinschaft zu sein, die Dich nicht verurteilt, sondern Dir dabei hilft zu innerlich zu heilen. Freiheit bedeutet für mich auch, dass mein Umfeld sich von einer Nachbarschaft, die von Menschen profitiert, zu einer Nachbarschaft wandelt, die für Menschen profitiert. Eine Gemeinschaft, in der Täter und Opfer von ihrer Vergangenheit frei werden und eine hoffnungsvolle Zukunft vor sich sehen.
MIF: Viele Projekte gegen Armut in Entwicklungsländern scheinen nur ein Tropfen auf den heißen Stein zu sein. Welche Erfahrungen hast Du gemacht, bei denen wirklich eine positive Veränderung sichtbar war und die Dich motivieren? Hast Du ein oder zwei Beispiele?
Kerry: Ja, beispielsweise wenn eine Frau in unser Büro hereinkommt (dies passierte vor ein paar Wochen) und – ohne gefragt zu werden – sagt: „Mein Leben hat sich total verändert. Ich weiß, dass Gott in meinem Herzen ist.“ Oder wenn ein Vater, der seine große Familie nicht ernähren kann, mit Tränen in den Augen sagt: „Meine Tochter ist mein Sohn geworden (das ist keine sexistische Freeset Näherin Fair Trade Freedom BusinessBemerkung), denn sie ist zum Versorger unserer Familie geworden.“ Jeden Tag, wenn ich Frauen mit einem Lächeln zur Arbeit kommen sehe und ihr Gesicht Würde und Hoffnung ausstrahlt – in dem Wissen, dass sie ein Gewerbe verlassen haben, dass sie vorher genau dessen beraubte. Und es berührt mich sehr, wenn ein paar hundert Frauen zusammenkommen, damit Gott ihren Nachbarn, Angehörigen und Freunden auch Freiheit schenkt.
MIF: Welche Art der Unterstützung wünscht Du Dir?
Kerry: Ich wünsche mir, dass
  1. mehr in Freedom Businesses investiert wird.
  2. mehr Menschen in der Nachbarschaft, in der wir leben und arbeiten, Gottes Hilfe, Gerechtigkeit und Freiheit erfahren.
  3. viele erkennen: Diese Freedom Business-Idee funktioniert! Unterstütze uns dabei oder lass uns Dir helfen, ein eigenes Freedom Business aufzubauen.
MIF: Wie kann Deiner Meinung nach jeder von uns im Alltag dazu beitragen, dass mehr Menschen in der Welt in Freiheit leben und arbeiten können?
Kerry:
  1. Denk darüber nach, was Du kaufst und wer es hergestellt hat!
  2. Die westliche Welt redet viel über Armut. Doch wir müssen unsere eigene Gier beenden, damit diejenigen, die in Ausbeutung und Armut gefangen sind, wirklich frei werden können.

 

MIF: Vielen Dank, Kerry, dass Du Dir Zeit für dieses Interview genommen hast, und weiterhin viel Erfolg mit Freeset.

Bei Interesse an Shirts und Taschen „made in India“ UND „made in freedom“, die in Kerry`s Unternehmen in Freiheit und mit fairer Bezahlung produziert wurden, kontaktiere uns gerne!

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