Kurz vor dem derzeit tagenden Weltwirtschaftsforum in Davos hat die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam* seine jährliche Studie zur globalen Ungleichheit veröffentlicht. Laut diesem Oxfam Report besitzen die 8 reichsten Milliardäre der Welt mehr Vermögen als die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Damit ist die globale soziale Ungleichheit so groß wie niemals zuvor. Es gab zwar kurz nach der Veröffentlichung direkt Diskussionen und Kritik an den Berechnungen der Zahlen. Jedoch ändert dies nichts an der grundsätzlich deprimierenden Feststellung, dass trotz milliardenschwerer Entwicklungshilfe über Jahrzehnte die Schere zwischen arm und reich weiter auseinandergeht.

 

„Responsible Leadership“

Auch wenn das Motto des diesjährigen Treffens in Davos verantwortungsvolle Führung“ lautet … die Erwartungen, dass die Führungselite der Welt wirklich hilfreiche Änderungen anstößt, sind äußerst gedämpft. Stattdessen ist Davos zu einem Symbol für die negativen Seiten der Globalisierung geworden. Die jährliche Absichtserklärung, in der sich das Forum “ verpflichtet, den Zustand der Welt zu verbessern,“ wird von der Welt nicht mehr ernst genommen. Die enorm kostspielige Veranstaltung wird eher als Klassentreffen der Mächtigen und superreichen Unternehmer gesehen, die dort weiterhin ihre Deals abschließen.

Auch in unserem insgesamt reichen Deutschland ist die soziale Ungleichheit enorm. Hier besitzen die „oberen“ zehn Prozent der Bevölkerung mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens. Die meisten Studien gehen davon aus, dass die soziale Ungleichheit in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Und Politiker tun sich schwer damit, eine Lösung zu finden, die auf übergreifende Akzeptanz und Umsetzungswillen trifft. Dabei gibt es so viele gute Ideen und Gedankenanstöße — wie etwa das neueste Buch des Berliner Philosophieprofessors Valentin Beck mit dem herausfordernden Titel Theorie der globalen Verantwortung. Was wir Menschen in extremer Armut schulden (2016). Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für ein Umdenken der gesamten Gesellschaft und ein neues Bewusstsein für die Ursachen der Not in der Welt.

Sehr überzeugend argumentiert Beck, dass wir alle ein Stück Verantwortung tragen und zu einer strukturellen Veränderung beitragen müssen. Denn unser tägliches Kaufverhalten bestimmt die Strukturen der globalisierten Wirtschaft. Anstatt ab und zu an Hilfsorganisationen zu spenden, sollten wir öffentlich diskutieren, dass wir (z.B. durch den Kauf von Billigkleidung) die Ausbeutung vieler Menschen mitverantworten. Gefühle wie Mitleid oder Ohnmacht bringen keine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Made In Freedom

Obwohl Ansätze wie Fairtrade und „Ethical Fashion“ manchmal wie Tropfen auf den heißen Stein erscheinen — sie machen einen Unterschied für Menschen in Armut. Deshalb werden wir von made in freedom uns nicht entmutigen lassen. Wir wollen aktiv dazu beitragen, indem wir unsere Produkte unter fairen Bedingungen produzieren lassen. Damit ermöglichen wir es, dass faire Löhne gezahlt werden und Menschen ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Wir helfen so aktiv durch unseren Konsum, dass Armut gelindert wird.

Und wenn immer mehr Käufer Fairtrade und Freedom Businesses unterstützen, sieht das Zahlenverhältnis des zukünftigen Oxfam Report bald anders aus.

 

* Oxfam ist ein internationaler Verbund von verschiedenen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen, der sich weltweit dafür einsetzt, dass sich die Lebensbedingungen in armen Ländern nachhaltig verbessern.

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